Übersicht 20.10.2019
Archäologische Ausgrabungen Seite 4/6

Rings um den Felsen gibt es viele unterseeische Höhlen. Die halbrunde Bucht, der Sandstrand und die Höhlen verbinden sich zu einer Landschaft von beeindruckender Schönheit, die sich noch hinter der Bucht mit dem bezaubernden 'Roten Strand' (kokini ammos) fortsetzt. Dorthin gelangt man über einen Fußweg, der über den Felsen führt.
Heute ist Matala ein wunderbarer Ferienort mit viel Tourismus. Wir kehren zu km 60 der Hauptstraße Iraklion-Tymbaki zurück, wo sich die Strasse gabelt.
Km 64,5. Tymbaki, die drittgrößte Stadt des Regierungsbezirks, ist in den letzten Jahren schlagartig gewachsen, und zwar durch den Anbau von Frühgemüse in Gewächshäusern. In der Stadt gibt es jeden Freitag einen Markt mit den Erzeugnissen der Gegend, der Volksfestcharakter hat. Nach Tymbaki führt eine Abzweigung nach links zur Küstensiedlung Kokkinos Pyrghos, deren Strände zu den schönsten im Süden des Bezirks Iraklion gehören.
Die Straße führt durch Gewächshäuser bergauf zur Bezirksgrenze Iraklion-Rethymnon. Wir können weiterfahren nach Ajia Ghalini (14 km von Tymbaki).

Der Palast von Malia
Die ersten Ausgrabungen in dieser Gegend wurden 1915 von I. Chatzidhaki am Standort Zourokephali durchgeführt, wo man die Mauer eines großen Gebäudes entdeckte. Gleichzeitig wurde an der Küste ein in den Felsen gehauenes Grab ausgegraben, in dem man Urnen fand. Seit 1921 werden die Ausgrabungen von der Französischen Archäologischen Schule fortgeführt.
Der Palast von Malia ähnelt zwar den anderen Palästen in seinen architektonischen Grundzügen, ist aber in seiner Ausgestaltung nicht von der gleichen Pracht. Die Fassaden sind nicht aus Kalkstein sondern aus Sandstein, der Plattenbelag von Fußböden und Bänken fehlt ganz, ebenso die Marmorverkleidung in den Innenräumen und die Steinpfeiler an den Türen.
Von einem gepflasterten Hof gelangen wir über einen sich verzweigenden Prozessionsgang zu acht runden Bauten, die für Wasserzisternen oder Getreidesilos gehalten werden. Hier ist der zweitürige Eingang des Westflügels mit einem gepflasterten Flur und einem länglich-schmalen, überdachten Raum für die Palastwache. An der Südostecke eines kleinen Heiligtums ((XVIII-1,2). In der Mitte des Zentralhofes ein Opferaltar; an seinem Südwestrand hat man einen großen zylindrischen Stein-Kernos mit einer großen Vertiefung in der Mitte und 34 kleineren ringsum gefunden. Dieser diente der Darbietung von flüssigen und Getreide-Opfern.
Im westlichen Palastflügel hinter einer Reihe von Magazinräumen die Kulträume (VII-3,4). Im Nordwesten des Zentralhofes gab es einen überdachten Raum (VI), eine Art Tribüne mit Zugang zum Hof. Nach hinten hin ein durch Säulen getrennter Raum und in der Mitte ein Thron oder Altar, an dem der Priesterkönig der Gottheit das Opfer darbot, während das Volk vom Zentralhof des Ritual verfolgte.
An der Ostseite des zentralen Palasthofs eine Reihe länglich-schmaler Magazinräume, vor ihnen, über die ganze Seite, eine Stoa mit rechteckigen Pfeilern sowie Säulen (XII-X17). Südlich der Magazinräume der Südosteingang des Palastes.
Die Nordseite des Zentralhofs hatte ähnlich wie die Ostseite eine Säulenstellung und direkt dahinter eine Halle mit 6 Pfeilern, welche die Decke trugen (IX-2). Westlich der Halle, am Ende eines Durchgangs, der Zentral- und Nordhof verbindet, liegt ein merkwürdiges, rechteckiges Gebäude (XXIII-2) quer zu den übrigen Bauten.