Übersicht 16.07.2019
Archäologische Ausgrabungen Seite 5/6

Westlich davon der sog. Turm-Hof; die Bezeichnung stammt von einem rechteckigen Raum mit dicken Mauern (V1 V2). Weiter nördlich liegen die Magazinräume (XXVII-1,6), weitere Magazinräume nehmen den Nordostteil des Palastes ein. Zwischen diesen beiden Komplexen gab es noch einen Palasteingang vom östlichen Stadtviertel her. Im Westen der Magazinräume lag der Nordeingang, von dem eine gepflasterte Strasse bis zum Hafen führte.
Die wichtigsten Palastgebäude lagen auf der Nordseite: Die königlichen Gemächer, die sich um eine gepflasterte Halle mit vier Öffnungen und einem Säulengang (III 7) gruppierten. Weiter südlich dann der Durchgang zu einem kleineren Zimmer (III 1), dessen kultischer Charakter an den dort gemachten Funden zu erkennen ist. Opferreste, Tonstäbe, Tafeln mit Hieroglyphischen-Schrift und Stempel. Westlich der Halle ein Zimmer (III 1), der Vorraum zum Kultbassin (III 4). In einem Nebenraum hat man das berühmte <> mit Goldgriff und Scheide gefunden, eines der bedeutendsten Fundstücke hier.
Die rings um den Palast erbaute Stadt von Malia bedeckte etwa die Fläche von 1 km2. Die Häuser standen nicht eines neben dem anderen, sie bildeten vielmehr ein Viertel, die miteinander durch Strassen verbunden waren. Der größte ausgegrabene Häuserkomplex liegt nordöstlich des Palastes in einer Entfernung von etwa 100 m links und rechts der Strasse, die zum Hafen führte. Die Häuser waren von unterschiedlicher Größe und hatten Flure, Zimmer, ein Bad und Vorratsräume. Die östlichen Stadtviertel müssen am wohlhabendsten gewesen sein; dies legt das Gebäude A7 mit seiner hervorragenden Konstruktion und den vielen Räumlichkeiten nahe.
500 m nördlich der Stadt, an der Stelle Chryssolakkos, der Friedhof von Malia. Die bei den Ausgrabungen gemachten Funde sind eindrucksvoll; vieles stammt nicht von Beisetzungen sondern von Totenkulten; Tische zur Darbietung von Opfergaben, ein Altar aus der Älteren Palast-Zeit, auf dem der Grossen Göttin, der Gebieterin der Toten, Opfer gebracht wurden. Von den Fundstücken sind besonders bemerkenswert: Einige Gefäße, goldene Gegenstände, Schmuckstücke von hervorragender Kunstfertigkeit, darunter vor allem der Schmuck mit den Bienen.
Km 38. Die Bezirksgrenze von Iraklion und Lassithi.

Der Palast von Zakros
In der Gegend von Epano und Kato Zakros gab es in der Älteren Palastzeit, 1900 - 1700 v. Chr., eine große, ausgedehnte Siedlung. Von ihrer Größe zeugen die auf den umliegenden Hügeln entdeckten Grabanlagen. Als Erster suchte und markierte Spratt 1832 Zakros. 1901 grub der englische Archäologe Hogarth den Hang nordöstlich vom Palast aus und entdeckte ein Wohnviertel mit 10 Häusern. 1961 begann Professor N. Platon am Osthang der Anhöhe Ajios Antonios Ausgrabungen, in deren Verlauf man zwei Gebäudekomplexe entdeckte, und bei einer weiteren Ausgrabung im Westteil des kleinen Tals von Kato Zakros fand man endlich die ersten Reste des Palastes von Zakros.
Der Palast bedeckte eine Fläche von etwa 8000 m2, wobei die Anordnung der Räume jener in den anderen Palästen ähnelt. Der Westflügel war dem Kult vorbehalten, im Ostflügel lagen die königlichen Gemächer, im Südteil die Werkstätten und im Nordteil die Räume der Bediensteten.
Die Palastflügel gruppierten sich um einen rechteckigen Hof von 30 x 12 m mit prachtvollen Fassaden aus behauenem Sandstein, großen Türen, Türschwellen aus einem einzigen Stein, Doppelfenstern, kleinen Säulenhallen und Veranden. Der Westflügel hatte zwei Geschosse: ein Vorraum führt in den Wartesaal und die heiligen Zimmer, ins Archiv, zum Kultbassin und in die Räume, wo der eigentliche Kult vollzogen wurde. Von letzteren hatte der größere eine Säulenstellung, ein Polythyron mit einem galerieartigen Lichthof, die Wände schmückten Wandmalereien und en Boden bedeckte roter Mörtel. Der kleinere hatte einen dreitürigen Eingang und innen Reliefdekoration mit Schneckenspiralen.