Übersicht 16.07.2019
Entstehung

Kreta ist die fünftgrößte Mittelmeerinsel und die größte Insel Griechenlands. Ihre beherrschende Lage zwischen den drei Kontinenten Europa, Asien und Afrika, beinahe in der Mitte des östlichen Mittelmeeres, hat für die Geschichte der Insel vom Altertum bis heute eine bestimmende Rolle gespielt. Die Fläche der länglich-schmalen Insel beträgt 8241m² (mit den Inseln Ghavdhos, Dhia und Kouphonissi 8407m²). Sie erstreckt sich über eine Länge von 200 km, die Breite schwankt zwischen 60 km und 12 km. Vier Meere umspülen Kreta, das Karpatische im Osten, Myrtoische im Westen, das Kretische im Norden und im Süden das Lybische.

Die Entstehung der Insel
Die Insel war während des Paläozäns der Erdneuzeit Teil des Ägäischen Festlands. Ihre heutige Form begann sich allerdings erst durch die neueren Bodenbewegungen des Pliozäns und die quartäre Erdfaltung herauszubilden. Diese tektonischen Vorgänge schnitten die Insel in ihrer ungewöhnlichen, länglich-schmalen Gestalt von der ägäischen Festlandplatte ab. Später, während des Miozäns, war der größte Teil der Insel vom Meer bedeckt. Neue Brüche und Verschiebungen haben die reliefartige Oberflächengestalt der Insel in ihren Hauptzügen geschaffen, die vier großen Gebirgsmassive und die kleineren Berge, die endgültige, heutige Form entstand durch die letzten Bewegungen der festen Erdkruste. Die neuesten Gesteinsschichten schließlich sind Ablagerungen aus dem Quartär, in denen sich versteinerte Überreste von Säugetieren fanden, welche früher auf der Insel lebten, aber im Laufe der Zeit von ihr verschwanden. Dies waren etwa Zwergelefanten, kleine Flusspferde, wilde Kühe und Antilopen.

Der Name der Insel
Kreta fand im Altertum unter vielen Bezeichnungen Erwähnung, z.B. Aeria (= die Windige, vom windigen Klima), Chthonia (von der Göttin Dermeter, die auf der Insel verehrt wurde und die man auch Chthonia nannte), Idhäa (vom Berg Idhi oder der Nymphe Idhäa), Dholicih (= die Lange, von ihrer länglich-schmalen Form), Kouritis (das Land der Kouriten), Makaris oder Makaronissos (das Land der Glücklichen - da die Erde sehr fruchtbar war und Telchnia (von den Telchinon, die zu den frühesten Bewohnern der Insel gehörten). Durchgesetzt hat sich jedoch der Name Kriti, von der gleichnamigen Nymphe, oder vom Urkönig Kritos, einem Sohn des Zeus. In der Mythologie finden sich verschiedene Vorstellungen darüber, was die Nymphe Kriti sei: - eine der Hesperiden - die Tochter des Zeus Asterios und die Gemahlin des ersten Minos; - die Tochter eines Kouriten, die Ammon während seiner Herrschaft auf der Insel zur Frau nahm und nach der er bislang Idhäa heißende Insel benannte; - eine Heroin der Insel, wie sich aus Gefäßdarstellungen schließen lässt, die sie mit Talos zeigen oder mit Dädalos und Ikaros, sowie aus einer Wandmalerei, auf welcher sie Theseus hilft, die Jünglinge aus der Gewalt des Minotaurus zu befreien.