Übersicht 20.10.2019
Kreta Info Seite 2/2

Kretische Hochzeit
Hochzeiten auf Kreta sind immer noch stark durch Jahrhundertalte Traditionen geprägt, wenn auch nicht mehr so stark wie früher.
Früher war es auf Kreta durchaus üblich, dass Mann und Frau sich bei einem arrangierten Treffen zum aller ersten Mal sahen. Heute geht es ein wenig modernen zu:
Ein junger Mann sieht ein Mädchen auf einem Fest und bittet daraufhin seinen Vater, die sozialen und finanzielle Situation ihrer Familie zu erkunden. Oder eine junge Frau sieht einen jungen Mann auf einer Feier im Dorf und lässt ihre Familie genauere Informationen einholen.
Sind alle Informationen gesammelt, schickt der Vater der zukünftigen Braut oder des Bräutigams zwei oder drei hochangesehene Mitglieder der Dorfgemeinschaft als Unterhändler, um die Verhandlungen (Proxenio) zu eröffnen.
Nach den ersten Komplimenten wird dann schließlich der Grund des Besuches genannt. Es gilt herauszufinden, wieviel Mitgift die Familien geben wollen. Ist man sich über das wichtigste einig, wird ein Treffen zwischen den beiden jungen Leuten arrangiert. Wenn es auch noch zwischen ihnen selbst funkt, findet kurze Zeit später die Verlobungsfeier im Hause der Braut statt, meistens an einem Samstag.
Dabei ist selbstverständlich ein Priester anwesend und gibt seinen Segen. Die Feier dauert die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag. Am Montag sendet die Braut in spezielle Umhällung gewickelte Süßigkeiten zu ihrem Bräutigam und dessen Familie. Sobald das Haus des Bräutigams und die Mitgift der Braut gerichtet sind, wird der Tag der Hochzeit offiziell verkündet. Dazu wird das gesamte Dorf eingeladen, einschließlich der Verwandten der jungen Leute. Die Mitgift wird ausgestellt:
Bett und Kopfkissenbezüge, Lein- Tisch- und Handtücher, Vorhänge, Teppiche, Stickereien und am allerwichtigsten, eine für ein glückliches Ehepaar gedachte Matratze. Die Freunde werfen Walnüsse, gezuckerte Mandeln und Geld auf die Matratze.
Am Nachmittag des Hochzeittages helfen die jungen Männer dem Bräutigam bei der Vorbereitung, während die Mädchen der Braut am Anziehen des weißen Brautkleides helfen. Am späten Nachmittag ist es schließlich soweit. Die Kirchenglocken beginnen zu läuten, und der Priester eilt mit den Heiratsvermittlern zum Haus des Bräutigams. Während sich die Prozession der Kirche nähert, singen die Gäste kretische Hochzeitslieder, Der Trauzeuge ist für die Ausschmückung der Kirche verantwortlich. Außerdem sorgt er für die Hochzeitskronen und das Koufeta, die gezuckerten Mandeln. Diese Mandeln werden in kleine Tütchen gewickelt, mit einem weißen Band zugeschnürt und an die Gäste verteilt.

Tanzen auf Kreta
Wie Zorbas beweist, muss ein -richtiger Mann- gut tanzen können. Viele kretische Tänze sind kompliziert und der Vortänzer muss fast athletische Sprünge ausführen. Das wichtigste Instrument der kretischen Musik ist die Lira, die aus Maulbeerholz besteht und mit drei Metallseilen bespannt wird. Die Lira wird mit dem Bogen gespielt. Die Täne auf den Saiten werden mit den Fingernägeln gegriffen.
Der Klang der Lira hat etwas gespenstisch Primitives und wird von ein oder zwei Laouta begleitet, die größer sind und tiefer gestimmt.
Weitere Begleitinstrumente der Lira ist die Askomadoura (Ziegenhaut-Dudelsack). Kretas Gebiergsketten teilen die Insel in vier Teile, von denen jeder seine eigenen Tänze entwickelte. Heute werden sie alle in ganz Kreta getanzt. Der stolze Reihentanz Haniotis stammt aus Hania. Der hüpfende Pidiktos aus Iraklion und Sitia waren der Pendosallis und Sousta aus Rethimno kommend.
Eine weitere kretische Tradition ist das Singen von Mandinades, gereimten Zweiteilern, die zumeist von Liebe sprechen.
Die meisten heute gesungenen Mandinades sind mändlich überliefert worden, noch mit kretischem Dialekt, und oft werden sie begleitet von Tänzern, die den Siganos tanzen.
Heutzutage hört man nur noch selten improvisierte Mandinades, die interessanteste Form. Von Wein oder Raki inspiriert, gerade zu ein Wettbewerb zwischen den Sängern daraus, aus geistreiche Antworten auf vielfach witzige oder freche Verse zu finden.